Nachruf auf einen Pionier der Food-Branche

Am 6. Juli 2015 starb Rudolf Achenbach, in der Mitte seines 88. Lebensjahres.

Rudolf Achenbach wurde am 10. Juli in aller Stille im Kreis seiner Familie in Sulzbach am Taunus, dem Ort seines Wirkens, zur letzten Ruhe begleitet.

 

Geboren wurde Rudolf Achenbach am 10. Januar 1928 in Frankfurt am Main. Nach dem zweiten Weltkrieg begann er eine kaufmännische Lehre bei Käthe Bunn in Frankfurt, einem renommierten Obst- und Gemüse-Import und Handel. Im April 1954 gründete er, gerade 26jährig, gemeinsam mit seiner Frau Ingrid und nur zwei Mitarbeitern, in Frankfurt Unterliederbach ein Unternehmen zur Herstellung konzentrierter Suppen, die er in den Anfängen seinen Kunden in Frankfurt noch mit der Straßenbahn lieferte. Ein mühsamer und sicherlich ungewöhnlicher Beginn einer langen und erfolgreichen Karriere.

 

Bereits Anfang der 1960er Jahre folgten den konzentrierten Suppen weitere Feinkost-Produkte, wie Pasteten und Terrinen, hergestellt durch einen, der selber gerne gutes Essen genoss. Entsprechend zielgruppenorientiert wurde die noch kleine Palette von Spezialitäten für Köche weiterentwickelt, die ihren Gästen in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung mit zunehmendem Wohlstand mehr Genuss bieten wollten.

 

Zu einem überregional anerkannten Hersteller wuchs sein kleines Unternehmen, nachdem er die Produktion 1961 in einen Neubau an den heutigen Standort Sulzbach am Taunus verlegte. Dem kontinuierlichen Ausbau seines Betriebes über die 1970er und 1980er Jahre folgte im Juli 1996 die Eröffnung eines Zweigbetriebes in Bad Soden im Taunus sowie 2001 ein Erweiterungsbau am Stammsitz in Sulzbach.

Rudolf Achenbach war eine geschätzte und anerkannte Unternehmerpersönlichkeit, deren Rat oft gesucht und erfolgreich umgesetzt wurde. Als Präsidiums-Mitglied der Chaîne des Rôtisseurs, Baillage Nationale d’Allemagne und im Vorstand des Bundesverbandes der Suppenindustrie gaber der Branche zahlreiche Impulse. Dem Verband der Köche Deutschlands war er seit mehr als dreißig Jahren als Ehrenmitglied besonders eng verbunden. Der 1975 gemeinsam initiierte Rudolf Achenbach Preis findet als bundesweiter Jugend-Wettbewerb für den Köche-Nachwuchs in der Branche und in der Öffentlichkeit hohe Anerkennung. 2015 wurde er zum 41. Mal in Folge ausgetragen.

 

Mitte der 1990er Jahre zog sich Rudolf Achenbach aus dem aktiven Tagesgeschäft zurück und berief seine Tochter Petra Moos-Achenbach in die Geschäftsführung der Achenbach Delikatessen Manufaktur. Sie leitet seitdem die Firma zusammen mit Ihrem Mann Bernd. Seit 2010 arbeiten die Enkeltöchter Katrin und Sandra Moos-Achenbach in dritter Generation weiter am Erfolg des Familienunternehmens, sodass er Wachstum und Entwicklung seines Lebenswerkes voller Zufriedenheit betrachten konnte.

 

Der Name Rudolf Achenbach wurde unter Fachleuten der Branche weit über die Grenzen Deutschlands hinaus zum Synonym für qualitativ hochwertige Food-Komponenten. Sein Wirken, seine Fachkenntnis, und seine Liebe zu anspruchsvollem Essen haben langfristig dazu beigetragen, dass sich Manufaktur-Spezialitäten hoher Akzeptanzerfreuen. Gäbe es sie, stünde sein Name in der Hall of Fame der Food-Branche.

 

Ein Nachruf von Michael König, ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung und langjähriger Wegbegleiter der Achenbach Delikatessen Manufaktur.

 

 

 

Foto: ©Achenbach Delikatessen Manufaktur