Die Revolution der chilenischen Weine

Neu und temperamentvoll

Als der renommierte Weinkritiker Tim Atkin im vergangenen Jahrzehnt chilenische Weine mit einer bekannten schwedischen Automarke verglich und sie gut, zuverlässig und sicher, aber langweilig nannte, löste er ein wahres Erdbeben im traditionellen chilenischen Weinbau aus.

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Einige Zeit später hatten sowohl Atkin als auch andere bekannte Weinkritiker und Fachjournalisten ihre Meinung radikal geändert; und die angesehene Autorin und Weinkritikerin Jancis Robinson schrieb: „Die chilenische Weinszene ist plötzlich spannend geworden.“

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Von der Kordillere der Anden bis hin zum pazifischen Ozean, von der Wüste des Nordens bis hin zu den Seen des Südens wird Wein aus Rebsorten produziert, die zu kultivieren sich vor zehn Jahren noch niemand vorstellen konnte. Diese Revolution in der Branche, die vor allem von jungen Önologen und kleinen unabhängigen Winzern losgetreten wurde und überraschenderweise auch von traditionellen Weingütern mit innovativen Ideen mitgetragen wird, hat zu einer Diversifizierung des alten und traditionellen Weinangebots des südamerikanischen Landes geführt. Einige Weingüter haben sich getraut, neue Zonen innerhalb der exzentrischen Geografie Chiles zu erforschen und unzählige Anbaugebiete mit Potenzial entdeckt.

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Als der Kritiker der renommierten Zeitschrift The Wine Advocate, der Spanier Luis Gutiérrez, beauftragt wurde, über chilenische Weine zu schreiben, kaufte und las er nach eigenen Angaben sämtliche verfügbare Literatur über das Thema, fand aber bei seiner Ankunft in Chile eine vollkommen andere Realität vor: Man versucht nicht mehr, Standard-Weine zu produzieren, sondern setzt alles daran, Böden und Produktionsweisen sowie Rebsorten, Anbaugebiete und Klimazonen zur Geltung zu bringen.

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Mittlerweile gibt es biodynamische Weine, die auf vulkanischem Boden produziert werden und einige andere, deren Weinreben zu 100 Prozent in der Atacama-Wüste wachsen. Zudem findet man diverse Etiketten von Weinen, die aus kaltem Klima stammen, ein weiteres Merkmal der Revolution des chilenischen Weines.

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Eine bemerkenswerte Entwicklung der Branche ist auch die Suche nach alten Rebstöcken und Rebsorten, besonders in Valle de Itata und Valle del Maule im mittleren Süden Chiles, die eine Aufwertung erfahren. Die Weine aus diesen Anbaugebieten wurden bis vor wenigen Jahren nicht beachtet, weil die Weinstöcke alt waren und ihre Trauben für Tafelwein verwendet wurden - oder um Wein Farbe zu verleihen. Aber heute werden dank junger und mutiger Önologen hochwertige Weine aus so unterschiedlichen Rebsorten wie Carignan, Cinsault, Moscatel und der wiederbelebten Uva País produziert.

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Eine besondere Erwähnung verdient diese letzte Sorte, die sehr typisch für Chile ist, eine jahrhundertealte Tradition hat und im Ausland kaum bekannt ist. Die País-Rebsorte liefert kräftige Weine mit Charakter und regionaler Identität, die aromatische Anklänge von roten Früchten wie Erdbeeren und Sauerkirschen sowie Kräuter und Wildblumen haben. Obwohl die Traube arm an Farbe und Säure ist, können ihre Weine sehr süffig und extrem schmackhaft sein.

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Aber die chilenischen Weine sind nicht nur wiederentdeckt worden, sondern werden inzwischen auch neu verstanden. Dies zeigt die interessante Entwicklung der bekanntesten

Rebsorte Chiles, die Carménère, die sich durch ihren feinen Duft nach Gewürzen auszeichnet und nach und nach ein sehr hohes Niveau erreicht hat.

Die Carménère ist ursprünglich eine französische Traube, die im 19. Jahrhundert aufgrund der Reblaus-Katastrophe verschwand, aber zufälligerweise 1994 durch den französischen Ampelografen J.M. Boursiquot im Weingut Viña del Carmen wiederentdeckt wurde, wo ihm aufgefallen war, dass aus einigen Reben ein sehr merkwürdiger Merlot entstand.

Wer glaubt, dass Chile nur köstliche Rotweine anzubieten hat, der täuscht sich: Schon seit einiger Zeit stellen die Weißen, insbesondere der Sauvignon Blanc aus kaltem Klima, vielfältige und interessante Alternativen dar.

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Am 9. Juni ab 18.00 Uhr findet im Chilenischen Konsulat in Hamburg eine Wein-Verkostung statt, wo Sie die Möglichkeit haben werden, eine Serie interessanter Tropfen zu probieren, die Sie bestimmt entzücken werden. Wir freuen uns über Ihre schriftliche Anmeldung bei vmedina@prochile.gob.cl.

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