Eine Beere von der Südhalbkugel

In den letzten Jahren ist in Deutschland wie im Rest der  Welt die Nachfrage nach gesunden und hochwertigen Lebensmitteln gewachsen. Mit der Zeit haben sich neue Trends entwickelt und gefestigt: Vegetarier, Veganer und Anhänger von Bio-Produkten besetzen heute wichtige Nischen in der Lebensmittelindustrie, gerade in den Industrieländern.

Sogenannte „Superfoods“ wie Chia, Goji-Beeren, Acai, Quínoa und Lúcuma haben das Interesse der Konsumenten geweckt, aber obwohl sie in aller Munde sind, werden sie nicht so schnell produziert, wie man erwarten könnte. Das kann daran liegen, dass ihre Produktion aufwändig ist oder sie bestimmte klimatische Bedingungen brauchen, die nur an wenigen Orten herrschen. So bemüht sich die internationale Nahrungsmittelindustrie, die Produktion zu steigern, um die Nachfrage zu decken.

 

Foto(c) ProChile
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Eins dieser „Superfoods” ist die international noch wenig bekannte Murta oder Murtilla (auch chilenische Guave genannt), die nur im südlichen Chile und im Süden Argentiniens vorkommt.

Sie wächst an einem ein bis zwei Meter hohen Strauch und erreicht im Sommer ihre Reife; die runde und tiefrote Beere hat einen Durchmesser zwischen 5 und 15 Millimeter. Sie wird für Süßspeisen verwendet und zu Marmelade, Saft oder Likör verarbeitet.

Traditionell wurde die Murta oder Murtilla von den Ureinwohnern Chiles, den Mapuche, für kulinarische und medizinische Zwecke verwendet. Der chilenische Priester Juan Ignacio Molina schrieb im 18. Jahrhundert in seiner Abhandlung über die Naturgeschichte Chiles:

„Das Reich Chiles bringt sieben Arten von Myrtengewächsen hervor; und obwohl sie sich alle durch Schönheit und Duft auszeichnen, ist die nützlichste trotzdem die, welche die Indios Ugni und die Spanier Murtilla nennen (...) Das Naturvolk macht aus den Beeren dieses Strauchs einen angenehmen und verdauungsfördernden Wein, der den Appetit anregt, während die Ausländer den leichteren Moscatel bevorzugen. Dieser Likör

braucht lange, um zu fermentieren, aber wenn er sich gesetzt hat, ist er klar, brillant und von einem außerordentlich zarten Duft.“

Foto (c) ProChile
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Die Murtilla hat dank der hohen Konzentration an Inhaltsstoffen in der Beere und den Blättern eine antioxidative und alterungshemmende Wirkung. Studien zufolge hat die Murtilla in ihren Blättern mehr als doppelt so viel Asiaticosid wie der Indische Wassernabel (2,33 % gegenüber 1 %), was sie zu einem wertvollen pharmazeutischen Rohstoff macht. Darauf wurden Wissenschaftler aufmerksam, da Asiaticosid in Pflanzen auf dem amerikanischen Kontinent nicht vorkommt. Diese Säure eignet sich für die Behandlung von Cellulite in der Kosmetik oder Narben in der Dermatologie.

Aber das Interessanteste ist ihre vielfältige kulinarische Verwendung: Neben Kuchen aus wilder Murta gibt es zahlreiche Kombinationen und traditionelle Produkte aus dem Süden Chiles, darunter Gelee und Marmelade aus dieser köstlichen und exotischen Beere.

Foto (c) ProChile
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R E Z E P T

 

Pfannkuchen mit Kontitorcreme auf Apfelkompott und Murtas

(6 bis 8 Personen)

 

Pfannkuchenteig

500 g Mehl

500 g pürierter

Kürbis (Hokaido)

1 Prise Salz

100 g Margarine

oder Pflanzenfett (Zimmertemperatur)

40 g Backpulver

Öl zum Anbraten

 

Apfelkompott

3 rote Äpfel in

Würfel geschnitten

¼ Tasse Zucker

2 El Olivenöl

 

Kontitorcreme

3 Eigelb

1 Ei

75 g Zucker

40 g Mehl

1 EL Butter

500 ml Milch

½ Vanilleschote

100 g Murtas (Sie können auch andere Beeren verwenden)

1 El

Puderzucker

 

01 | Für die Kontitorcreme die Milch mit dem Vanillemark und der Schote kurz köcheln und etwas abkühlen lassen. Die Eigelbe mit dem Ei und Zucker schön cremig rühren.

Das Mehl zugeben und gut verrühren. Etwas lauwarme Vanillemilch in die Ei-Mehl-Masse einrühren. Danach die lauwarme Vanillemilch langsam einrühren.

Die Vanillecreme langsam erhitzen, bis sie ein wenig eindickt. Vanilleschote entfernen. Abkühlen und kalt stellen.

 

02 | Olivenöl erhitzen, die Apfelwürfel mit dem Zucker 5 Min. köcheln und beiseite stellen.

 

03 | Für den Pfannkuchenteig pürierten Kürbis mit Pflanzenfett und den anderen Zutaten gut vermengen, bis eine homogene Masse entsteht. Den Pfannkuchenteig ca. 8 cm fein und rund ausrollen. In heißem Öl ausbacken und beiseite stellen und warmhalten.

 

04 | Zum Servieren etwas Kontitorcreme auf dem Pfannkuchen verteilen, danach Apfelkompott und Murtas (Beeren). Mit einem zweiten Pfannkuchen bedecken und mit Puderzucker bestreuen. - Sofort servieren.